Valenz- und Konstruktionsgrammatik
Das Thema – wir wiesen auf das Kolloquium in Erlangen hin – liegt auf der Straße. Nun geht auch in Passau die Valenzgrammatik mit der Konstruktionsgrammatik in den Ring(?!).
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Prof. Dr. Rüdiger Harnisch und PD Dr. Igor Trost, (Lehrstuhl für Deutsche Sprachwissenschaft) laden ein zum Gastvortrag von
Prof. em. Dr. Hans-Werner Eroms
zum Thema
“Valenztheorie und Konstruktionsgrammatik im Vergleich”
am Donnerstag, 17. Januar 2013, um 12.00 Uhr c.t. im PHIL HS 3.
[CfP] Constructionist Approaches to Language Pedagogy (CALP2013) — Brüssel, 8. und 9. November 2013
Constructionist Approaches to Language Pedagogy (CALP2013)
Brüssel, 8. und 9. November 2013.
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Call for Papers (*.pdf).
Einsendeschluss: 15. Mai 2013.
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Kontakt:
Sabine De Knop
Head Dpt Germanic Languages
Prof. German language and linguistics
Facultés universitaires Saint-Louis
Blvd du Jardin Botanique 43
B 1000 Brussels
Konstruktionen im Spannungsfeld von sequenziellen Mustern, Gattungen und Textsorten
Konstruktionen im Spannungsfeld von sequenziellen Mustern, Gattungen und Textsorten
Internationale Tagung am 15. und 16. November 2011 in Münster
Anliegen der Tagung ist, die Relevanz des Kontextes für konstruktionsgrammatische Analysen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.
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Donnerstag, 15.11.2012
Jan-Ola Östman (Helsinki) argumentierte in “From Construction Grammar to Construction Discourse” über die Berkeley Construction Grammar für eine komplexe Formalisierung von “discourse patterns” — durchaus gemeint als das, was die germanistische Linguistik als “Diskurslinguistik” nach Foucault versteht.
Kerstin Fischer (Sonderborg) betonte in ihrem Beitrag “Construction grammar, the usage-based model and the so-called simplified registers”, dass (bestenfalls) kognitive Konzepte der Aspekte von Situationen (partner model, task, interaction) konstruktionsgrammatisch zu untersuchen seien: “situation is not a given, and it is reasonable to assume that also with respect to situations of use people attend to functionally relevant categories.”
Dániel Czicza (Gießen) beschäftigte sich in “Inwieweit sind Form und Bedeutung von Konstruktionen prädiktabel? Zum Status der Analogie in der Konstruktionsgrammatik” vor allem mit der Adaption des Analogieprinzips in der Valenzgrammatik, um Form-Bedeutungs-Paare zu analysieren. Er konzentriert sich dabei auf die Vorhersagbarkeit und Frequenz als Merkmale von Konstruktion und übertrug diese auf Konstrukte wie “Er gibt ihr den Bauplan” und “Er baut ihr ein Haus” (nach Welke 2011). Hier diskutierte er die Frage, ob “bauen” nicht bei einer Einbindung in Konstrukte dieser Art über das Analogieprinzip ad hoc seine Valenz ‘erweiterte’. Von konstuktionsgrammatischer Warte argumentierte man, dass Sprecher über konstruktionales Wissen verfügen, das ihnen erlaubt, bestimmte sprachliche Einheiten in andere zu integrieren – so lange, wie hier, Konstruktionsbedeutung und Verbbedeutung (in modaler Relation) miteinander agieren. Aus Sicht gebrauchsbasierter konstruktionsgrammatischer Ansätze könnte man die Einbettung von bauen in eine Ditransitiv-Konstruktion wie folgt darstellen:
Tritt geben in die Konstruktion ein, fusionieren alle thematischen Rollen des Verbs mit den Rollen, die die Argumentstrukturkonstruktion vorgibt. Bauen jedoch fordert in seinem Rollenplan keinen Benefaktiv (BEN), der durch die Konstruktion lizensiert wird — Sprecher verfügen über konstruktionales Wissen, eine Erweiterung des Rollenplans von bauen ist hingegen nicht notwendig.[1]
Oliver Ehmer (Freiburg) stellte im Vortrag “parce que … mais … Überlegungen zu einer konzessiv-kausalen Struktur im mündlichen Französisch” an einem umfangreichen Korpus (über 500.000 tokens) unterschiedliche Formen der “online”-Produktion von konzessiv-kausalen Mustern vor und fragte nach deren konstruktionalem Status.[2]
Alexander Ziem (Düsseldorf) widmete sich im Vortrag “Von Ad-hoc-Elaborationen zu (Argumentstruktur-)Konstruktionen: semantische und syntaktische Musterhaftigkeit im Praxistest” der Frage der Kontextualisierung von Konstruktionen in ‘Textsorten’, ‘Medien’ und im größeren ‘thematischen Kontext’, den man durchaus auch als ‘Diskurs’ bezeichnen darf. Er nimmt dazu den Diskurs der “Finanzkrise” in den Blick.
Steven Schoonjans (Leuven) forderte in “Mimische und gestische Veranschaulichung der Bedeutung deutscher Modalpartikeln. Eine empirische Analyse aus der Sicht der Konstruktionsgrammatik” eine stärkere Berücksichtigung der Multimodalität von Sprache am Beispiel des Zusammenfallens von einfach (das eher Adverb als Modalpartikel ist) und dem gestischen Zeichens des Kopfschüttelns. Er ging in seiner explorativen Studie der Frage nach, wie ob sich eine Korrelation dieser Zeichen systematisch beschreiben lässt.
Anatol Stefanowitsch (Berlin) spricht über “Internetmeme als textuelle Konstruktionen” ausgehend vom Beispiel “All your X are belong to us” (All your base are belong to us — Zero Wing, 1991, Sega Mega Drive) und (multimodalen) Internetmemes über Konstruktionen, die variable und invariable Aspekte aufweisen, produktiv sind und über Satzebene hinausgehen. In der Analyse konzentriert er sich auf Variationen der Anrede von Dan Quayle durch Lloyd Bentsen in der Debatte zur Wahl des Vizepräsidenten in den USA 1988: “Senator, I served with Jack Kennedy. I knew Jack Kennedy. Jack Kennedy was a friend of mine. Senator, you’re no Jack Kennedy” – zum Beispiel: “I knew 2008. 2008 was a friend of mine. 2012, you’re no 2008″ (David Rakowski @ziodavino).
Freitag, 16.11.2012
Alexander Lasch (Kiel) sprach in “Wer hat Angst vor dem Islam? Konstruktionen im Dienst von Argumentationen am Beispiel der Debatte über die Errichtung von Minaretten” (Präsentation) am Beispiel zweier Konstruktionen (im Beispiel: ein 13 Meter hohes Minarett und das passt nicht ins Stadtbild ) über die argumentative Verknüpfung von Konstruktionen.
Gijsbert Rutten (Leiden) stellte im Vortrag “Supraclausal constructions in Dutch” Formeln aus privater Briefkommunikation zwischen dem 17. und 19. Jahrhundert vor und relationierte diese mittels soziolinguistischer Parameter.
Jörg Bücker (Münster) entwarf auf der Basis eines Korpus gesprochener Sprache eine Typologie “Selbstbeantworteter Fragen” ausgehend von Überlegungen zu Projektorkonstruktionen.
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In allen Vorträgen stand die kontextuelle Einbettung von Konstruktionen im Mittelpunkt. Letztlich blieb die Frage offen, ob (und wenn ja, wie und in welchem Grade und über welche theoretischen Konzepte) man Kontextfaktoren in konstruktionsgrammatischen Studien berücksichtigen solle — interessante Angebote wurden in allen Vorträgen unterbreitet. Wolfgang Imo setzte diese in der Zusammenschau am Abschluss der Tagung noch einmal in Verbindung zueinander, eine Veröffentlichung der Beiträge ist geplant.
Unstrittig scheint trotz aller Schwierigkeiten hinsichtlich komplexerer Zeichen jedenfalls nach diesen zwei Tagen zu sein, dass man den Begriff “Konstruktion” (zunächst) nicht über die Ebene satzwertiger Ausdrücke hinaus ausdehne — komplexe Projektionen in der gesprochenen Sprache mit eingeschlossen.
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[1] Die Darstellung der internen Struktur im Anschluss an Goldberg, Croft und die Satzsemantik Peter von Polenz’ ist Grundlage des (Habilitations-)Projektes Nonagentive Konstruktionen des Deutschen (Alexander Lasch) und wird auch vorgestellt in Alexander Ziem & Alexander Lasch. 2013. Konstruktionsgrammatik. Konzepte und Grundlagen gebrauchsbasierter Ansätze.
[2] Vgl. zu diesen Phänomenen ausführlich den von Auer und Pfänder herausgegebenen Sammelband Constructions: Emerging and Emergent, den Juliane Goschler hier kurz besprochen hat.
Workshop “DaF under Construction” in München
Vom 8. bis 10. November dieses Jahres traf sich erstmals der – bisher noch inoffizielle – Forschungskreis “DaF under Construction” in München. Einige wissenschaftliche Mitarbeiter des Instituts für Deutsch als Fremdsprache der LMU München, federführend Nikolas Koch und Elisabetta Terrasi-Haufe, hatten das Treffen initiiert und organisiert. Die Idee, konstruktionsgrammatisch an die Analyse von Lernersprache heranzugehen sowie aus den grundlegenden Ideen der Konstruktionsgrammatik auch neue didaktische Formate für den Fremdsprachenunterricht zu entwickeln ist nicht völlig neu, aber bisher beschränkt sich die dahingehende Forschung tatsächlich auf einige wenige wegweisende Aufsätze, wie z.B. Arbeiten von Stefanie Haberzettl, Brigitte Handwerker und Stefanie Wulff.
Tatsächlich scheint die Konstruktionsgrammatik jedoch sehr gut geeignet, den theoretischen Rahmen für Forschung im Bereich von Zweit- und Fremdspracherwerbsforschung sowie deren Didaktik zu bilden. Die Zweitspracherwerbsforschung war und ist schon immer ein stark empirisch geprägter Zweig der Linguistik – es ist grundsätzlich unumstritten, dass die Analyse “echter” Lernersprache unabdingbar ist. Eine Grammatiktheorie, die tatsächliche Sprecher und Sprechereignisse als Forschungsgegenstand ernst nimmt, ist daher von vornherein eine naheliegende Grundlage. Dass sich im Laufe der letzten Jahrzehnte durch die Entwicklung gebrauchsgestützer Modelle in der Grammatikforschung auch eine Annäherung an korpuslinguistische Methoden ergeben hat, ist ein weiterer Pluspunkt. Gerade die Möglichkeit auch quantitativer Analysen von Lernersprachen – auch über die klassische “Fehleranalyse” hinaus – bietet Zweitspracherwerbsforschern interessante Ansätze zur Beschreibung von Lernersprachen und Erwerbsabläufen.
Einige Teilnehmer des Workshops haben einen Teil dieser Möglichkeiten bereits angefangen auszuloten. Andere stellten die Frage nach der Eignung konstruktionsgrammatischer Ansätze für die Beschreibung und Erklärung der Ergebnisse ihrer “klassischen” L2-Erwerbsstudien. Eine dritte Gruppe versuchte eine didaktische Nutzbarmachung konstruktions- und kognitiv-grammatischer Modelle.
Letzteres trifft vor allem auf die Vortäge von Suner sowie den von Terrasi-Haufe und Semyonova zu. Suner präsentierte eine an der kognitiven Grammatik Langackers orientierte Lehrmethode, die die Bedeutungsnuancen verschiedener Argumentstrukturkonstruktionen (z.B. Aktiv- und Passivsätze) Lernern bildhaft deutlich machen könnte. Terrasi-Haufe und Semyonova beschäftigen sich mit einem konstruktionsgrammatisch orientierten Ansatz zur Vermittlung des werden-Passivs und den verschiedenen konstruktionalen Verwendungen von werden.
Steffi Winkler und Karin Madlener stellten zwei empirische Untersuchungen vor, die bestimmte Lehrmethoden testeten. Winkler zeigte, dass die im Fremdsprachunterricht übliche Vermittlung deutscher Satzbaupläne nicht dem natürlichen Ablauf im ungesteuerten Spracherwerb entspricht und testete eine “natürlichere” Erwerbsreihenfolge im gesteuerten Deutscherwerb italienischer Lerner. Dabei konnte sie eindeutige Vorteile ihrer Methode statistisch belegen. Madleners Untersuchung ist direkt durch die Vorhersagen Bybees und Goldbergs inspiriert, die “skewed input” als beste Lernvoraussetzung postulieren – also das häufige Anbieten einer Argumentstrukturkonstruktion mit einem prototypischen Verb, sowie einiger weniger Beispiele der Konstruktion mit weniger typischen Verben. Madleners Ergebnisse bestätigen die Vorhersagen nicht eindeutig – ihre Untersuchung von Lernern über einen längeren Zeitraum hinweg wirft daher wichtige Fragen für einige Grundthesen der Konstruktionsgrammatik auf.
Katharina Harr, Till Woerfel, Seda Yilmaz und Nikolas Koch stellten konstruktionsgrammatisch bzw. kognitiv-linguistisch inspirierte Erwerbsstudien vor. Harrs bereits abgeschlossene Doktorarbeit zum Thema Bewegungsereignisse zeigt, wie wichtig Hilfsverbkonstruktionen für den kindlichen Erwerb des deutschen “satellite-framed” patterns bei der Kodierung von Bewegung sind. Eine ähnliche Beobachtung spielt auch eine wichtige Rolle in Woerfels geplanter Arbeit zur Kodierung von Bewegungsereignissen im Deutschen als Zweitsprache bei Kindern mit Türkisch oder Französisch als Erstsprache. Seda Yilmaz erforscht in ihrer Arbeit den Erwerb von finiten und infiniten Strukturen durch türkisch-deutsch-bilinguale Kinder. Nikolas Koch plant eine empirische Untersuchung des Erwerbs von deutschen Argumentstrukturkonstruktionen durch DaF-Lerner und der Rolle von prototypischen Verben in diesen Konstruktionen.
Katharina Franko und Tobias Kallfell schließlich präsentierten zwei “klassische” Zweitspracherwerbsthemen: Code-switching und dessen Erscheinungsformen in Internet-Kommunikation (Franko) bzw. eine longitudinale Erwerbsstudie anhand zweier junger Russlanddeutscher (Kallfell).
Diese erste Zusammenkunft und Sammlung möglicher Themen und Herangehensweisen zeigte insgesamt, dass sich die Verknüpfung von Konstruktionsgrammatik und Zweitspracherwerbsforschung an einigen Punkten geradezu aufdrängt. An anderen Stellen offenbarten sich aber auch Probleme, das sehr komplexe Phänomen des Zweitspracherwerbs in den theoretischen Rahmen einer Grammatiktheorie zu pressen. Ebenso deutlich wurden auch forschungspraktische Probleme wie etwa das Fehlen größerer allgemein zugänglicher Lernerkorpora und die dadurch eigentlich notwendige, aber ungeheuer zeit- und arbeitsaufwändige Erhebung eigener Daten als Vorbedingung für weitere Forschung. Die Teilnehmer waren sich einig, dass es sich daher in jedem Fall lohnt, in Kontakt zu bleiben, um sowohl theoretische Probleme weiterhin gemeinsam zu diskutieren als auch praktische Zusammenarbeit (zum Beispiel bei der Erstellung von Korpora) zu organisieren. Eine Publikation der Vorträge und ein weiteres Treffen im Jahr 2013 sind geplant.
Am 29. Oktober 2012 wird Prof. Claire Lefebvre von der Universität Québec am Interdisziplinären Zentrum für Dialekte und Sprachvariation in Erlangen einen Vortrag zum Thema
Word order in creole genesis: A Construction Grammar perspective
halten. Die Veranstaltung findet um 18:15 – 19:45 Uhr in der Bismarckstraße 1, Raum C702 statt.
Konstruktionen – Wissen – Diskurs
Internationales Kolloquium der Graduiertenplattform des Forschungsnetzwerks »Sprache und Wissen«, des Internationalen Wissenschaftsforums und des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg
10. bis 11. September 2012 | Internationales Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg
Veranstalter ist die Graduiertenplattform des Forschungsnetzwerks »Sprache und Wissen«, vertreten durch Dr. Marcus Müller. Kooperationspartner sind Dr. Alexander Lasch und Dr. Alexander Ziem. Unterstützt wird die Tagung von Prof. Dr. Ekkehard Felder.
Einladung
Das Kolloquium ist öffentlich und wir würden uns sehr freuen, interessierte ZuhörerInnen begrüßen zu dürfen.
Tagungsprogramm
Das Tagungsprogramm (PDF) als Downloadversion.
Thematische Hinführung
Die Konstruktionsgrammatik hat in den letzten zehn Jahren zeigen können, dass es der Analyse systematischer Zusammenhänge in der Sprache dienlich sein kann, von Konstruktionen als konventionalisierte Form-Bedeutungspaaren unterschiedlichen Abstraktionsgrades auszugehen. Alle Ausprägungsformen der Konstruktionsgrammatik gehen dabei von einem „gebrauchsbasierten Sprachmodell“ aus (usage-based model, vgl. etwa Tummers & Geeraerts 2005, Barlow & Kemmer 2000), das mit funktionalen und kommunikationstheoretisch fundierten Sprachtheorien die fundamentale Annahme teilt, dass Sprache eine soziale Gestalt ist (dazu auch Feilke 1996, Auer & Pfänder 2011, Imo 2011 und im Druck). Umso erstaunlicher ist, dass diese soziale Dimension bislang nur sehr unzureichend zum Gegenstand der Forschung geworden ist. Kritisieren Konstruktionsgrammatiker das generativ-grammatische Sprachmodell als kognitiv und psychologisch nicht realistisch, könnte aus kommunikationstheoretischer Sicht der Vorwurf lauten, das konstruktionsgrammatische Sprachmodell sei hinsichtlich sozialer, kultureller und pragmatischer Aspekte blind.
Wie aktuelle Studien im Schnittfeld von Konstruktionsgrammatik, Diskurslinguistik und Interaktionaler Linguistk zeigen (vgl. etwa Deppermann 2011, Östman 2005, Ziem 2011, Auer & Pfänder 2011), lassen sich allerdings diskursbezogene Aspekte im weitesten Sinne durchaus fruchtbar im konstruktionsgrammatischen Forschungsparadigma thematisieren und explizieren. Da Konstruktionen den Status sozial geteilten Wissen haben und mithin das – immer nur vorläufige – Ergebnis von Konventionalisierungsprozessen innerhalb einer bestimmten Sprachgemeinschaft sind, handelt es sich auch bei ihnen um kognitive Verfestigungen (entrenchment) im sozialen Wissen von SprachbenutzerInnen. Mit dem Fokus auf Sprache-im-Gebrauch teilen Interaktionale Linguistik, Diskurslinguistik und Konstruktionsgrammatik über einen gemeinsamen Gegenstandsbereich hinaus auch zentrale linguistische Erkenntnisinteressen; ihnen geht es gleichermaßen um einen nicht-reduktionistischen Sprachzugang, der sich nicht auf kontextfreie Beschreibungen und Erklärungen sprachlicher Phänomene beschränkt. Dies soll im Kolloquium „Konstruktion – Diskurs – Wissen“ genauer ausgeleuchtet, bestimmt und an Beispielen exemplifiziert erörtert werden.

