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Beitragsaufruf: AG der DGfS – „Wort oder Phrase?“

15. Juli 2010

Eben wurde von Antje Heine dieser Beitragsaufruf auf LINGUISTLIST gepostet:

„Wort Oder Phrase?

Date: 23-Feb-2011 – 25-Feb-2011
Location: Göttingen, Germany
Contact Person: Joachim Jacobs
Meeting Email: jacobsuni-wuppertal.de

Die AG wird im Rahmen der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Sprachwissenschaft durchgeführt. Im Mittelpunkt stehen Grenzfälle zwischen Wort und Phrase, also Einheiten, die weder eindeutig morphologisch gebildet noch eindeutig phrasal sind, zum Beispiel Partikelverben, Inkorporationen, Nominalisierungen komplexer Infinitive, Univerbierungen, Klitisierungen. Referate können unter anderem die folgenden Fragen betreffen:
– Welche Eigenschaften, die als diagnostisch für Wort- bzw. Phrasenstatus gelten, liegen in solchen Grenzfällen vor, welche nicht?
– Wie sind diesbezügliche empirische Ergebnisse im Hinblick auf die Trennung zwischen Morphologie und Syntax (bzw. Phraseologie) zu bewerten?
– Wie lassen sich Grenzfälle zwischen Wort und Phrase in aktuellen Grammatikmodellen behandeln?

Call For Papers

Die AG soll Linguist/inn/en zusammenführen, die sich aus verschiedenen Perspektiven mit Grenzfällen zwischen Wort und Phrase beschäftigen, z.B. mit Partikelverben (aufbrechen), trennbaren Rückbildungen (maschineschreiben), Inkorporationen (bleibenlassen), komplexen Infinitiv-Konversionen (das ewige Über-die-Nachbarn-Schimpfen) usw. Mit solchen Bildungen sind u.a. die folgenden nicht vollständig (z.T. nicht annähernd) geklärten Probleme verbunden:

(i) Wie verhalten sich Grenzfälle bezüglich der Eigenschaften, an denen die Wort-Phrasen-Unterscheidung festgemacht wird (wie Trennbarkeit, Flektierbarkeit, Modifizierbarkeit und Referentialität von Teilgliedern, kompositionaler Bedeutungsaufbau usw.)? Wie hängen diese
Eigenschaften zusammen (etwa Modifizierbarkeit mit Referentialität)? Welche von ihnen sind für die fragliche Unterscheidung wirklich relevant, welche nur Epiphänomene anderer Eigenschaften?

(ii) Wie sind Grenzfälle im Lichte dieser Eigenschaften in die Ausdrucksstufen Wort vs. Phrase einzuordnen? Muß man mehr als zwei Stufen annehmen? Muß man überhaupt Stufen annehmen? Was leistet die Annahme, daß Ausdrucksstufen Prototypen- oder Default-Kategorien sind?

(iii) Ist die Kompartmentalisierung der Grammatik in Syntax, Morphologie und Phraseologie angesichts der Kategorisierungsprobleme bei Grenzfällen aufrecht zu halten? Welche Modifikationen dieser Kompartmentalisierung sind erforderlich? Ist sie aus der Perspektive aktueller Annahmen über die
Architektur von Sprachsystemen überhaupt relevant?

(iv) Wie sind aktuelle Normierungen der Schreibung von Grenzfällen linguistisch zu bewerten?

Solche Fragen wurden bisher nur für einzelne Grenzfallklassen (etwa Partikelverben) oder für spezielle Probleme intensiver untersucht. Die AG möchte sich dagegen der Problematik in größerer empirischer Breite stellen und sie an Diskussionen übergreifender Themen, etwa der Grammatikarchitektur oder der Grundlagen von Schriftsystemen, anbinden. Dabei ist auch ein Vergleich der in aktuellen Grammatikmodellen (z.B. Konstruktionsgrammatik, Distribuierte Morphologie) bestehenden Möglichkeiten des Umgangs mit dem Grenzbereich zwischen Wort und Phrase relevant.

Bitte schicken Sie uns Ihren Abstract in Deutsch oder Englisch, maximal 1 Seite (möglichst in DOC-Format) bis zum 31.8.2010.“

Nachdem Konstruktionsgrammatiker auf DGfS-Tagungen bisher eher selten zu finden sind, wäre diese AG sicher eine interessante Möglichkeit, in eine offene Diskussion einzusteigen, sowohl als möglicher Beiträger als auch als Zuschauer.

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